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Kultur und Lifestyle

Halloween – was ist das eigentlich?

Drei Viertel der deutschen Familien feiern Halloween, jedes Kind kennt es. Doch wieso ziehen sie durch die Straßen? Was ist das für ein Brauch? Satanistischer Okkult oder amerikanischer Trend? Und wieso stehen hier eigentlich überall Kürbisse?!

Der Begriff „Halloween“ kommt von dem Ausdruck „All Hallow’s Eve“, was so viel heißt wie „Der Abend vor Allerheiligen“. Hört sich amerikanisch an, doch der Urspung liegt viel weiter zurück.

Schon die Kelten feierten am letzten Tag im Oktober den „Samhain“, eins ihrer vier Feste, bei dem sie glaubten, Kontakt zu anderen Welten herstellenzukönnen.
Das Jahr war damals in zwei Teile aufgeteilt: Der erntereiche Sommer, welcher am Samhain dankend verabschiedet, und der kalte, dunkle Winter, welcher zum gleichen Zeitpunkt willkommen geheißen wurde. Da der 1. November auch der Beginn eines neuen Jahres war, glaubten die Kelten, dass nur an dem Tag in die Zukunft geblickt und die Liebe für das kommende Jahr vorausgesagt werden konnte.

Das wichtigste an dem Fest war aber, dass die Seelen ihrer toten Ahnen in Form von Geistern zurück in die Heimat kehrten und Heil oder Unheil über die Häuser der Zurückgebliebenen brachten. Später schichteten die Bewohner große Knochenberge aus Überresten geschlachteter Rindern vor den Dörfern auf und zündeten sie an (engl. „bonfires“), damit die Geister nicht ihre Heime aufsuchen und ihre Bewohner erschrecken konnten.
Die Menschen sollten in ihren Häusern bleiben und Gaben vor die Tür stellen, um doch angereiste tote Verwandte zufriedenzustellen. Daraus leitet sich übrigens auch der heutige Brauch, dass die Kinder verkleidet durch die Straßen gehen und „Süßes oder Saures“ (engl. „Trick or Treat“, „Süßes, sonst gibt’s Saures!“) rufen, ab.

Im 18. Jahrhundert flammten die Bräuche im katholischen Irland wieder auf, Einwanderer brachten es ein Jahrhundert später in die USA. Von da aus schwappte Halloween vor allem in den 90er-Jahren nach Europa über. Richtig beliebt wurde es erst mit dem Konsumgedanken der Marktwirtschaft: Aus Verkleidungen, vermehrten Süßigkeiten, Parties und sogar Kürbissen lässt sich super Geld machen! Doch wieso eigentlich Kürbisse?

In Irland geht die Sage umher, dass ein vergraulter, gemeiner Mann namens Jack Oldfield früher versucht haben soll, den Teufel zu fangen. Durch eine List soll es ihm sogar gelungen sein; Er versicherte dem Teufel, ihn nur wieder freizulassen, falls dieser ihn für immer in Ruhe lasse. Der Teufel ginge auf den Pakt ein und Jack lebte zufrieden bis an sein Lebensende.
Doch nach seinem Tod stellte sich ein Problem auf: In den Himmel konnte Jack O’ nicht, weil er zu Lebzeiten die Dorfbewohner bestohlen und ihnen mehr als nur einen Streich gespielt hat. In die Hölle ging es jedoch auch nicht, weil er eben den Teufel betrogen und den Pakt geschlossen hat. Es erbarmte sich jedoch genau dieser und schenkte Jack eine Rübe mit glühenden Kohlen, sodass er damit auf ewig durch das Dunkel wandern musste.

Der Kürbis war somit ursprünglich eine Rübe, doch als die Geschichte in die USA kam, benutzten die Menschen dort Kürbisse, weil es diese an jeder Ecke gab. Seitdem ist der Kürbis dort auch als „Jack O’Lantern“ bekannt, welcher mit seinen Schnitzereien die alten, bösen Geister vor der Haustür verjagen sollte.

Ein letzter Tipp für das Halloween-Fest: Trinkspiel! Jedes mal, wenn Elsa (aus Frozen) vor eurer Tür steht, trinken!

Happy Halloween!

 


Quellenangaben:

Drei Viertel dt. Familien: Presseportal „Halloween: […]“ http://www.presseportal.de/pm/107460/2864349 Überschrift – Zugriff 29.10.15 13:07

Samhain: „Samhain, das keltische Halloween“ http://irish-net.de/Irland-Geschichte/Kelten/Keltische-Feiertage/Samhain/ ab Z.10 Zugriff 29.10.15 13:15

Kürbisgeschichte:„The History of the Jack O’ Lantern“ http://www.history.com/topics/halloween/jack-olantern-history ab Z. 11 – Zugriff 29.10.15 13:35

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Tamara Ossege-Fischer

...man findet mich entweder auf matschigen Festivals oder in seltsam ausgerüsteten Hallen bzw. draußen beim Sport. Ansprechen ist zwecklos, die Musik ist so oder so zu laut. Nebenbei studiere ich auch noch Soziologie in Bielefeld.

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