Games / Gesellschaft und Lifestyle / Kultur und Medien / Meinung / Reportage / Rückblick

“Du bist dran. Wie heißt du noch gleich?” – Ein Besuch auf der Spiel 2019

Die seitenwaelzer waren für euch unterwegs und haben die "Spiel" 2019 in Essen besucht. Hier gibt's erste Eindrücke, Erfahrungen und Tipps!
| Michael Cremann, Lena Hortian |

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Lena Hortian

Freitag, 25.10.2019, 09:50 Uhr. Wir kommen vor dem westlichen Eingang der Messe Essen an, nur um aus einem Megaphon zu hören “Gehen Sie weiter, nutzen sie auch den Eingang Ost!”. Mit anderen Worten: Es war voll auf der Spiel, wirklich voll!

Als Spiel-Neulinge hatten wir uns vorher informiert und beschlossen, vor Einlass, also vor 10 Uhr morgens dort zu sein. Dafür haben wir uns den Tag ausgesucht, der in den letzten Jahren als “besucherärmster” beschrieben wurde. 

Nichtsdestotrotz stellten wir bereits an der U-Bahn-Station des Essener Hauptbahnhofes fest, dass viele andere Leute den gleichen Plan verfolgten. Dank eines eigens zu diesem Zweck eingeteilten, mit Warnweste und Mikrofon ausgestatteten Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe, bekamen wir schließlich eine Lücke in der 3. U-Bahn, die Richtung Messegelände fuhr. Neben dem Kompliment an die Organisation des Stadtverkehrs waren wir außerdem angenehm überrascht, wie friedlich das ganze Gedränge und Geschiebe vonstattenging. All diese objektiv verschiedenen Menschen, die von diesem Event angezogen wurden, waren entspannt und  scheinbar in freudiger Erwartung der Messe vereint. 

Am Eingang verlief ebenfalls alles entspannt und zügig. Ob das an den zuvor gekauften Online-Tickets lag, können wir allerdings nicht beurteilen, da wir unsere Leute, die an der Tageskasse anstanden, recht schnell wiederfanden.

Vor Beginn der Messe hatten wir online die Halle mit Rollenspielen und Tabletop herausgefunden und sind zielstrebig in die Halle 6 gewandert (so ein Messegelände ist größer, als man denkt). Dort war es morgens glücklicherweise noch nicht so voll, sodass wir einige sehr coole Giveaways, wie Schnellstarter für diverse Systeme (Mutant Jahr Null und Splittermond), Buttons und Sticker mitnehmen konnten. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, mit einigen Ausstellern ins Gespräch zu kommen, als diese ebenfalls noch entspannt ihre Nachbarschaft begutachteten. 

Rollenspiele, was ist das denn? – Hier informiert Lukas!

Neben Material- und Zubehörständen konnte man in dieser Halle auch unzählige Tabletop-Neuheiten, -Klassiker und schlicht Kunstwerke bestaunen, die entweder in Vitrinen ausgestellt und deren Rohlinge verkauft wurden, oder die auf großen Spieltischen in Schlachten geführt wurden.  

Auch ein paar Stunden später war es in dieser Halle noch so angenehm bevölkert, dass wir sogar an einem kleinen Workshop teilgenommen haben. Das Ergebnis könnt ihr hier bewundern: 

Bild einer Landschaft für Tabletop Spiele mit einem 20-seitigen Würfel.
Unser Brunnen aus dem Workshop für Tabletop-Landschaft. Dazu der Würfel, das Logo des Pen&PaperTube, mit dessen Abgesandten wir uns für ein Interview getroffen haben.

Auch wenn es in Halle 6 einige Spieler*innen und Spielmöglichkeiten gab, lud sie eher zum Schauen und Austauschen ein, als zum tatsächlichen Spielen. 

Das änderte sich jedoch beim Betreten der Hallen mit den großen Spielverlagen. Hier lockten aufwändige Aufsteller, Messeangebote und Gewinnspiele die Spielbegeisterten an große Stände. Diese bestanden überwiegend aus Tischen mit je vier oder mehr Stühlen, an denen neue und bekannte Spiele der jeweiligen Verlage kostenlos getestet werden konnten. Manchmal musste zum Ausleihen des Spiels ein Pfand hinterlegt werden. 

Obwohl die Hersteller sich bemühten, so viele Tische wie irgendwie möglich anzubieten, war teilweise ein bisschen Geduld gefragt, wenn ein bestimmtes Spiel getestet werden wollte. Dafür wurde das oft nervige Lesen der Spielanleitungen von speziell dafür geschulten Mitarbeiter*innen abgenommen, die nicht nur geduldig erklärten, sondern auch Empfehlungen zum Sortiment abgaben und jederzeit für Rückfragen zur Verfügung standen. 

Ich glaube, hier beginnt auch der eigentliche Zauber einer solchen Messe, die in großen anonymen Hallen stattfindet und es trotzdem schafft, dass auch die siebzehnte Erklärung des gleichen Spiels Begeisterung weckt und wildfremde Menschen über eine bis mehrere Stunden beisammensitzen und dabei nicht nur die Zeit vergessen.” (Lena)
Deswegen…

Tipp Nr.1: Nehmt euch Snacks mit!

Die Hallen der Indie-Games waren ähnlich aufgebaut, wie die der großen Hersteller, allerdings waren die Stände übersichtlicher und die Spieltische oft ausgefallener gestaltet. Neben der Möglichkeit, mit den Spielentwicklern zu diskutieren und zu spielen, konnte man dort auch Kickstarter, also Produkte, die noch vor der Hürde der Finanzierung stehen, testen und unterstützen.  

Zwischen diesen ganzen nach Zielgruppe, Genre und Größe unterteilten Anbietern waren immer wieder kleinere, vollgestopfte Stände von kleineren, teils privaten Spielwarenhändlern zu finden. Deren Angebot reichte von Klassikern aus dem Jahr 1980 in Originalverpackung über fabrikneue Spiele. Außerdem konnte dort allerhand Merch erstanden werden.

Aber auf der Spiel gab es nicht nur Jungfräuliches zu erwerben, manche Besucher*innen schleppten auch Rucksäcke voll gebrauchter Spiele in die Hallen hinein, um sie auf einer Art Flohmarkt zu verkaufen. 

Bis zu diesem Bereich haben wir es allerdings nicht geschafft. Ebenso wie wir keine Auskunft über die abgehaltenen Panels geben können, weil es unterwegs einfach zu viel zu Entdecken und zu Testen gab…

Neben all diesen Eindrücken und dem Kommerz ist der Messe Essen jedoch zugute zu halten, dass die Preise für das Verpflegungsangebot wirklich annehmbar waren und viele Möglichkeiten geboten wurden, dem Trubel in den Hallen auszuweichen und nach draußen zu gehen. Auch wurde eine ganze Halle nur mit Teppichen und einigen Bierzeltgarnituren ausgestattet, um sich zwischendurch mal eine Pause zu gönnen. 

Tipp Nr. 2: Neben viel Zeit (am Besten den ganzen Tag) solltet ihr viele große Beutel, Bargeld (nah am Körper) und etwas zu Trinken mitnehmen!

Lena Hortian
Lena Hortian

Nach 7 ½ Stunden waren wir nicht nur erschöpft und glücklich, sondern auch um einige Spiele und eine Erkenntnis reicher.

Tipp Nr. 3: Ein Mehr-Tages-Ticket kann sich wirklich lohnen!

2020 sind wir gerne wieder auf der Spiel dabei! 

Dieser Artikel stellt nur die Meinung der AutorInnen dar und spiegelt nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von seitenwaelzer wider.

Noch mehr Stories? Folge seitenwaelzer:

Michael Cremann

Ist meist dort zu finden wo die laute Musik für andere klingt wie ein Autounfall. Hängt hinter der Kinokasse herum oder gibt Führungen durch Münsters Ruine Nummer eins. Dazu wird noch getanzt und wenn dann noch Zeit ist, Geschichte und Archäologie studiert.

Lena Hortian

Ich mag gutes Essen und treibe gern Sport, obwohl mein Schweinehund da auch noch ein Wörtchen mitzureden hat. Zeitgleich studiere ich Germanistik und Kunstgeschichte. Meine Wahlheimat Münster ist für das alles und noch viel mehr zum Glück bestens geeignet, auch, wenn ich mir als geborene Rheinländerin hier noch ein paar Berge wünsche.

Collage: Klappkatapult / © Stadtmuseum Münster | Andreas Reimer / Isabel Schmiedel

“Herr Alexander” – Die Reise eines magischen Hörspiel-Podcasts

Robin Thier

bento – das Magazin für junge Leute, auf das wir alle gewartet haben? (Wohl eher nicht!)

©Star Wars: Episode VII - The Force Awakens | Walt Disney Pictures

Kinokritik: Star Wars Episode VII – Das Erwachen der Macht

Maren Janowsky | Moritz Lampkemeyer

Australiyaaa – Endlich angekommen!

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies, mit der Nutzung unserer Webseite erklärst du dich damit einverstanden. Hier gibt's weitere Infos.